
Bildunterschrift v.l.n.r.: Pia Pilger, Frank Ißleib, Andreas Schwarz, Uwe Bruchhäuser
Im Mittelpunkt des Abends stand der Austausch über aktuelle Herausforderungen und Chancen für die regionale Wirtschaft. Kriege und unruhige Märkte, gestiegene Energiekosten, Lieferkettenprobleme, Fachkräftemangel und der tiefgreifende Strukturwandel in den Innenstädten prägen derzeit die Rahmenbedingungen. „In Zeiten wie diesen ist der regionale Zusammenhalt wichtiger denn je“, betonte der Bürgermeister in seiner Ansprache. Die Verbandsgemeinde versuche, auch unter diesen Voraussetzungen positive Impulse für die Entwicklung der Region zu setzen.
Vorgestellt wurden eine Reihe von Projekten, die die Verbandsgemeinde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern voranbringt. Im touristischen Bereich – einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region – wird derzeit ein neues Wanderwegekonzept erarbeitet, das durch das Zukunftsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz finanziert wird. Zudem befindet sich die Gründung einer neuen Tourismus GmbH, gemeinsam mit den Verbandsgemeinden Diez, Nastätten und Aar-Einrich in Vorbereitung, um die touristische Vermarktung in der Region zu bündeln und zu stärken.
Darüber hinaus ist die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau in mehreren Förderprogrammen aktiv, etwa in Innenstadtimpulse und weiteren Vorhaben im Rahmen des Zukunftsprogramms des Landes. Hier arbeiten regionale Akteure und Wirtschaftsförderung gemeinsam an Projekten, die unter anderem der Belebung der Innenstädte dienen.
Ein konkretes Instrument zur Stärkung des lokalen Handels sind die Stadtgutscheine in Nassau und Bad Ems. Die Gutscheine tragen dazu bei, Kaufkraft in der Region zu halten. Die anwesenden Unternehmensvertreter wurden eingeladen, sich über die jeweiligen Ansprechpartner – Werbering Nassauer Land, Stadt Bad Ems und Wirtschaftsförderung – über die Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren und das Angebot aktiv mitzugestalten.
Ein besonderes Anliegen des Bürgermeisters war die Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde. Diese sehen sich täglich großen Herausforderungen gegenüber, wenn es darum geht, Menschenleben zu schützen, Sachwerte zu sichern und die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten. Gesucht werden daher Unternehmen, die als strategische Partner ein Rabatt- oder Bonusprogramm für Feuerwehrangehörige anbieten möchten – etwa Vergünstigungen für Produkte oder Dienstleistungen. Interessierte Betriebe wurden gebeten, die Arbeit der Feuerwehren durch die Partnerschaft zu unterstützen und im Nachgang Kontakt mit Frau Pia Pilger aufzunehmen.
Fachlicher Schwerpunkt des Abends waren zwei Impulsvorträge aus Mainz. Frank Ißleib von der Stabsstelle „Fachkräfteeinwanderung für Unternehmen“ im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz sprach zum Thema „Internationale Fachkräfte für die Region werben und halten“. Er zeigte auf, welche Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote Unternehmen nutzen können, um internationale Fachkräfte erfolgreich zu gewinnen und langfristig im Betrieb zu halten. Besonderes Augenmerk lag auf den Schritten nach der Anwerbung – von der Integration im Unternehmen über Sprachförderung bis hin zur Einbindung in das gesellschaftliche Umfeld. Im Anschluss zu seinem Vortrag gab es viele Erfahrungsberichte der Unternehmer zu dem Thema. Herr Ißleib empfahl die Nutzung des Informationsportals „make it in Rheinland-Pfalz“ und wies auf die Angebote des „Welcome Centers“ des Landes hin. Beide Stellen unterstützen Unternehmen und internationale Fachkräfte in Rheinland-Pfalz in rechtlichen, organisatorischen und kulturellen Fragen.
Im Anschluss gab Andreas Schwarz, Leiter Kundenbetreuung Wirtschaftsförderung der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), einen Überblick über die aktuelle Programmlandschaft der ISB. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Einblicke in Fördermöglichkeiten für Investitionen, Innovationen und Unternehmensentwicklung. Wichtig ist hierbei eine frühzeitige Beteiligung der Bank zur Klärung der Förderbedingungen.
Nach den Impulsvorträgen bot ein gemeinsamer Ausklang mit einem Imbiss und kühlen Getränken Raum für vertiefende Gespräche. Die Unternehmerinnen und Unternehmer nutzten die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen, Kontakte zu knüpfen und ihre Erfahrungen zu teilen.
Mit einem Dank an beide Referenten sowie die zahlreichen Teilnehmenden endete der Unternehmerabend. Die positive Resonanz zeigte, dass das Format einen wichtigen Beitrag zum Dialog zwischen Verwaltung und Wirtschaft in der Verbandsgemeinde leistet – gerade in bewegten Zeiten.

