Offene Kindergartenarbeit

Den offenen Kindergarten gibt es nicht! Das Konzept hat jedoch Strukturmerkmale, die in jeder Einrichtung individuell umgesetzt werden können. In unserer Einrichtung sieht es so aus:

Strukturmerkmal: Differenzierte Raumstruktur

Im offenen Kindergarten richtet sich die Raumgestaltung nicht mehr nach einem Gruppenraum-Konzept, in dem eine Miniaturausgabe von Puppenecke, Bauecke, Kuschel - oder Leseecke und zahlreiche Tische und Stühlen zu finden sind.

Vielmehr werden die Räume nach verschiedenen Schwerpunkten gestaltet, wobei darauf geachtet wird, dass sich die einzelnen Bereiche nicht gegenseitig stören. Diese Räume werden nach ihrer Funktion, beispielsweise als Kreativraum, Bauraum oder Lesezimmer bezeichnet.
Die Verantwortlichkeiten werden im Team anhand eines Dienstplanes aufgeteilt. Die Kinder werden nach Möglichkeit in die Gestaltung der Räume einbezogen. In unserem Kindergarten findet ein Raumwechsel der Erzieherinnen alle vier Monate statt und wird mit den Kindern besprochen und durchgeführt.

Es gibt im Flur eine Funktionsecke in denen sich bis zu drei Kinder, nach Absprache, allein aufhalten dürfen und zwar das Bällebad.
Die Atmosphäre in den einzelnen Räumen ist entspannter. Die Raumgestaltung bietet den Kindern mehr Rückzugsmöglichkeiten und intensivere und ungestörte Spielkontakte. Der Lärmpegel im Raum senkt sich und die Zusammenstöße und Konflikte zwischen den Kindern nehmen ab. Konzentration und Muße bei Arbeit und Spiel sind eher möglich.

Strukturmerkmal: Klare Zeitstruktur

Die Zeitstruktur (Tagesablauf) wurde von unserem Team individuell für unsere Kita erarbeitet und den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Zum Tagesablauf gehören immer:
Die Kinder werden morgens an der Rezeption angemeldet: Hier kann auch Essen bestellt und Getränkegeld bezahlt werden. Infobriefe werden verteilt und Rücklaufzettel angenommen.

7:15–8:15 Uhr

Frühgruppe

Kinder werden gebracht - es finden Tür-und-Angelgespräche statt.
8:15–8:30 Uhr

Bring – und Freispielzeit

Die Kinder können sich einen Funktionsraum zum Spielen auswählen.

Die Buskinder werden vom Bus abgeholt. 

Gong:
8:30 Uhr 

Ende der Bringzeit! 

 Zwischen 9:15 und 9:30 Uhr besteht noch einmal die Möglichkeit ein Kind zu bringen. Es sollte dann aber schon gefrühstückt haben.
8:30 - 9:30 Uhr

Morgenkreis/
Gemeinsames Frühstück 

Gemeinsames Frühstück. Anschließend:  Anwesenheitskontrolle, Zeit mit der Stammgruppenerzieher/in, Gesprächsrunde, kleine Lieder oder Spiele, Präsentation der Angebote. Die Teilnahme ist verpflichtend!  
9:30–10:30 Uhr

Angeleitete
Freispielzeit

Freie Wahl eines Funktionsraumes - Wechsel erst wieder ab 10:30 Uhr.
10:30 - 11:30 Uhr

Offene
Freispielzeit

Freie Wahl und auch Wechselmöglichkeit des Funktionsraumes, Spielpartners und Spieldauer. Spiel auf dem Flur oder dem Außengelände.
11:30 Uhr

Gong – Mittagstreff

Buskinder, Abholkinder und Spätkinder treffen sich in bestimmten Räumen
11:30 -13:00 Uhr

Warmes Mittagessen

Für Ganztagskinder, in drei Gruppen.
Ab 12:00 Uhr

Abholzeit

Kinder können wieder abgeholt werden.
12:15 - 14:00 Uhr

Mittagsschlaf

Jüngeren Ganztagskinder haben die Möglichkeit im Wichtelnest zu schlafen.

bis 16:00/15:00 Uhr

 
Spätgruppe Ganztags

Freies Spiel oder Angebote in den Funktionsräumen.


Neben dem Tagesablauf gibt es auch eine Wochenstruktur, bestimmte Angebote an festgelegten Tagen setzen auch manchmal den normalen Tagesablauf außer Kraft (z.B. Waldtag, Ausflug, Feste).

Montags findet ein großer Morgenkreis mit allen Kindern und Erzieherinnen im Turnraum statt. Nach einem Begrüßungslied werden hier auch die besonderen Angebote der Woche vorgestellt. Dienstag ist Waldtag. Jeden ersten Mittwoch im Monat bieten wir in der Cafeteria ein Frühstücksbüfett an.Donnerstags arbeiten die Maxikinder an ihrem Projekt und sie können eine Buch ausleihen. Die Vorlesepatin besucht uns ebenfalls am Donnerstag. Rituale geben einzelnen Tagesschwerpunkten eine wiederkehrende Struktur (z.B. Sprechstein im Morgenkreis). Signale, wie Gong oder Triangel, zeigen den Kindern den Beginn des Morgenkreises oder das Ende der Frühstückszeit an.

Strukturmerkmal: Stammgruppen

Die Kinder sind in 3 Stammgruppen und 2 Nestgruppen unterteilt.
Unsere Stammgruppen und ihre Leiter/Innen:

  Stammgruppe 1ElcheBjörn Schrewe- Mangold
  Stammgruppe 2DelfineAndrea Wolf
  Stammgruppe 3PapageienKatja Lehnhardt
  Nestgruppe 1
MäusenestMartina Back und Christina Klos
  Nestgruppe 2
WichtelnestDoris Fobbe-Reiferscheid und Beate Gregorius



Jede Stammgruppe hat ein Stammgruppenbuch mit Anwesenheitsliste, für Eintragungen über die Kinder und Gruppentreffen.

Die Funktionen der Stammgruppe sind:

  • Regelmäßige Treffen ab 8:30 Uhr mit gemeinsamen Frühstück und im anschließenden Morgenkreis
  • Orientierung für Eltern. Die Stammgruppenerzieher/in ist Ansprechpartnerin auch bei Elternsprechtagen. Organisation von Geburtstagsfeiern
  • Die Stammgruppenerzieher/in führt den Entwicklungsbogen und die Bildungsdokumentation der Kinder. Die Stammgruppenerzieher/in hat in ihrer Verfügungszeit Zeit zur Reflektion, zur Vorbereitung und für Eintragungen in die Entwicklungsbögen. In der Teamzeit am Mittwoch hat sie die Möglichkeit sich bei den Kolleginnen nach bestimmten Kindern und deren Verhalten in anderen Funktionsräumen zu erkundigen. Dies geschieht von 15:00 – 16:00 Uhr im sogenannten „Kinderteam“. Jeweils ein Kind aus jeder Stammgruppe wird mit seinen Bedürfnissen und Problemen zum Thema gemacht und es werden Förderschwerpunkte festgelegt.


Neben ihren Erfahrungen im kleinen Morgenkreis können Kinder Großgruppen wie den Morgenkreis mit allen Kindern erleben und sich auch in diesem sozialen Feld im Zuhören, Sprechen und später Diskutieren erproben und erfahren.

Strukturmerkmal: Das Freispiel

Das Freispiel hat in der offenen Arbeit einen hohen Stellenwert. Hier kann das Kind vielfältige Erfahrungen machen und besonders seine sozialen Fähigkeiten erproben.

Die Kinder können ihren persönlichen Spielbedürfnissen nachgehen, indem sie ihren Spielort (Funktionsraum oder Spielecke im Flur), den Spielpartner, das Spielmaterial und die Dauer des Spiels selbst bestimmen. Den Kindern ermöglicht das Freispiel die unterschiedlichsten Erfahrungen, die sie auf vielfältigste Weise in ihrer Entwicklung fördern.

Das Freispiel entspricht unserem ganzheitlichen Verständnis vom Lernen im Vorschulalter. Kinder lernen mit allen Sinnen, ihr Lernen ist an konkrete Situationen und Tätigkeiten gebunden.
Zum einen geht es dabei um soziales Lernen, also darum, mit anderen Kindern und auch Erwachsenen zu Recht zu kommen, zu kooperieren, auf sie einzugehen und sich zu behaupten.
Zum anderen entwickeln sich aber auch Sachinteressen aus alltäglichen Handlungssituationen heraus. Wichtig ist zudem, dass das Lernen in erster Linie aus Aktivitäten resultiert, denen das Kind mit Interesse freiwillig nachgeht.

„Ausgangspunkt ist das Bild vom Kind als aktiven Lerner,
das in seiner Auseinandersetzung mit der Umwelt
Sinn und Bedeutung sucht.“

Das Freispiel bietet den Erzieherinnen die Möglichkeit, das Kind in seinem Spielverhalten zu beobachten, seine Bedürfnisse und Interessen zu erkennen sowie eventuelle Schwächen aufzuarbeiten. Angebote entstehen zum größten Teil aus diesen Beobachtungen.


Strukturmerkmal: Angebote zur Erweiterung der Spielmöglichkeiten

Angebote werden primär durchgeführt, um Kinder mit Spielmöglichkeiten drinnen und draußen vertraut zu machen und ihnen die Grundlagen im Umgang mit Spielsachen und Materialien zu vermitteln.
Im Freispiel können die Kinder die Spielräume dann differenzierter für sich nutzen und die vermittelten Spielansätze und Techniken kreativ weiterentwickeln. Natürlich kommt es über Angebote auch zur Einführung neuer Spielmöglichkeiten, es werden Lieder, Tänze, Geschichten usw. vermittelt oder dem situationsorientierten Ansatz entsprechend Themen der Kinder aufgegriffen.
Angebote werden teilweise mit Teilnehmerbegrenzung zur Auswahl gestellt.
Kinder, die sich kontinuierlich den Angeboten entziehen, bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Es muss herausgefunden werden, warum sich das Kind so verhält und eine angemessene Vorgehensweise beschlossen werden.

Angebote in unserer Einrichtung:

  • Grundsätzlich ist die Teilnahme an allen Angeboten freiwillig, mit der Einschränkung, dass die Kinder begonnene Angebote/Projekte beenden sollten. Einzige Ausnahme bilden hier die Maxiprojekte, sie sind für alle Vorschulkinder verpflichtend.
  • In der Vormittagszeit nutzen die Erzieherinnen die Bedingungen in den jeweiligen Räumen und unterstützen die Kinder in ihren Vorhaben oder bieten geplante Angebote an.
  • Die Planung richtet sich nach Beobachtungen, Bedürfnissen und Wünschen der Kinder. Dabei werden die Jahreszeiten und Feste im Jahresablauf berücksichtigt.

Strukturmerkmal: Projekte als erweiterte Bildungsmöglichkeiten

Projekte sind das Ergebnis von Wahrnehmung, Reflexion und Kindzentrierung. Auch wird unterschieden zwischen den jüngeren und den älteren Kindern, mit denen gegebenenfalls gesonderte Projekte stattfinden. Sozialassistentinnen und Erzieherinnen führen im Rahmen ihrer Ausbildung Projekte mit den Kindern durch.

Strukturmerkmal: Strukturen für mehr Mitverantwortung und Mitwirkung

Den Kindern wird die Möglichkeit der aktiven Mitwirkung durch Besprechungen und Morgenkreis gegeben. Regeln werden gemeinsam mit den Kindern aufgestellt. Kleine Dienste nehmen die Kinder in die Verantwortung für Blumen, Cafeteria, Pflege des Gartens und vieles mehr. Die Gestaltung der Räume wird je nach Möglichkeit mit den Kindern gemeinsam erarbeitet und durchgeführt. Die Einrichtung eines Kinderparlamentes ist wieder in Vorbereitung.

Strukturmerkmal: Kooperationsstrukturen im Team

Im unserem Kita arbeiten alle zusammen. Es gilt viele Absprachen zu treffen. Zusätzlich muss während der Teambesprechung viel Zeit für Fallbesprechungen eingeplant werden (Kinderteam). Es gilt viele Meinungen zum einzelnen Kind einzufangen und zu dokumentieren.

Die Planung von Angeboten und Projekten muss mit allen koordiniert werden.
Praxisprobleme werden durch Diskussionen erörtert und führen zu einem Probehandeln, was wiederum nach angemessener Zeit wieder zur Diskussion steht



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